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Ausstellung Andreas Koch
MANCHMAL IST BESSER, NACH DRAUSSEN ZU GEHEN
25. September bis 21. November 2021
Die Städtische Galerie Nordhorn zeigt eine Einzelausstellung des in Berlin lebenden Künstlers Andreas Koch, der 2020 mit dem Kunstpreis der Stadt Nordhorn ausgezeichnet wurde. Die Kunst von Andreas Koch bewegt sich in einem komplexen Geflecht von Bild, Raum und Mensch. Ausgangspunkt für seine Erkundungen ist häufig das persönliche Umfeld von Wohnung oder Atelier sowie umgebene Stadtteile. Doch was zunächst als präzise Wiedergabe erscheint, offenbart häufig Täuschungen oder Widersprüche. Architekturen und städtebauliche Elemente werden stark vergrößert oder verkleinert, so dass der menschliche Maßstab nachhaltig irritiert wird. Fotografien und Videos erzeugen Perspektiven, die zwar denkbar erscheinen, jedoch in der Realität nicht möglich sind.
Für die Ausstellung in Nordhorn konzentriert sich Andreas Koch auf eine Werkgruppe, die innerhalb seiner Arbeit seit langem eine wichtige Rolle spielt. Die gezeigten Werke beschäftigen sich mit dem Motiv einer Wohnung in Ost-Berlin, in die Koch Anfang 1993 als junger Kunststudent einzog. Die Ausstellung umfasst verschiedene Techniken – von Bleistiftzeichnung, über großformatige Fotografien bis hin zu Skulptur und Video. Eine Wiedererkennbarkeit oder ein Stil ist nicht auszumachen, vielmehr untersucht Koch anhand seiner unmittelbaren Umgebung Formen der visuellen Wahrnehmung sowie deren kognitive Verarbeitung und Speicherung. Die Wechsel zwischen verschiedenen Perspektiven und Maßstäben fordern dabei die eigene aktive Wahrnehmung der Betrachter heraus: Von der Höhenlinienvermessung seines Bettes „Kartographie meines Bettes im Maßstab 1:1“ landet man in der 20-fachen Vergrößerung einer Kopfkissenfalte. Durch ein zweifach vergrößertes Balkongeländer schaut man auf die Fotografie eines Fensters von außen und sieht gleichzeitig die Buchrücken im Regal des Künstlers sowie die Nachttischfotografien der Nachbarin in der Spiegelung auf der Fensterscheibe. Andreas Kochs filmische und fotografische Arbeiten vollziehen sowohl mögliche als auch unmögliche Blicke nach. Sie führen multiperspektivisch und scheinbar endlos scharf in Bildräume, die so nur im Kopf existieren, und genau deshalb umso realistischer erscheinen. Die erstmals in einer Ausstellung zusammengefassten Werke sind über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren entstanden. So lassen sich auch wichtige Entwicklungsprozesse in Kochs Werk sinnlich erleben.
Andreas Koch (*1970 In Stuttgart) studierte bildende Kunst an der Universität der Künste in Berlin bei Dieter Appelt und Christiane Möbus und machte 1998 seinen Meisterschülerabschluss. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit ist Andreas Koch auch Buchgestalter und Herausgeber der Zeitschrift »vonhundert«. Er lebt und arbeitet in Berlin.

