Inhaltsbereich
Kunstvermittlung
ortsgespräch mit der Kunst...
In der Städtischen Galerie Nordhorn gehen die Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und die Kunstvermittlung seit mehr als zwei Jahrzehnten eine enge Verbindung ein. Das beginnt schon bei dem Selbstverständnis der Galerie, als öffentliche Einrichtung ein Labor für künstlerische Entwicklungen zu sein: kein Gefäß für kostbare Kunstwerke, sondern ein lebendiger Ort der Auseinandersetzung.
Die Ausstellungen fordern die Besucher*innen. Immer wieder verändert sich der Raum, und immer wieder sehen wir uns mit Formen künstlerischer Arbeit konfrontiert, die so gar nicht in das gelernte Schema passen, wie wir es vielleicht aus den kunsthistorischen Museen kennen.
Und die Besucher*innen fordern uns entsprechend: Es gibt reichlich Gesprächsbedarf, dem wir gerne nachkommen. Sehr unterschiedlich sind die Interessen, Kenntnisse und Bedürfnisse der Gruppen, die zu uns kommen, so dass sich daraus auch immer wieder neue Ideen für Themen und Formate der begleitenden Veranstaltungen ergeben.
Für uns lebt die Kunstvermittlung vom Blickwechsel. Das beginnt schon ganz wörtlich beim gemeinsamen Betrachten von Kunst, wenn man sich darauf einlassen mag, was die anderen wahrnehmen. Erst eine solche Form von Austausch macht es möglich, den eigenen Blickwinkel zu bestimmen.
Aktuelle Projekte:

Kunstvermittlung und Inklusion II
15. November 2025 von 10 bis 17 Uhr
Die Städtische Galerie Nordhorn erarbeitet mit ihrem Programm ortsgespräch neue Möglichkeiten der Kunstvermittlung. So möchten wir Sie auch in diesem Jahr zu unserem Workshop über Inklusion und Barrierefreiheit in der Kunstvermittlung einladen. Wie schon in 2024 wollen wir uns mit Kolleg*innen und Fachleuten über Konzepte und Herausforderungen, aber auch eigene Erfahrungen in der Umsetzung von Barrierefreiheit austauschen. Nachdem wir im vergangenen Jahr die Themen Einfache Sprache und Kunstvermittlung für Menschen mit Sehbehinderungen in den Fokus gerückt haben, wollen wir uns dieses Jahr den Themen zur Gehörlosigkeit und dem oftmals erschwerten Zugang in den Ausstellungsräumen widmen.
Programm
9.30 UHR Ankommen
Kaffee und Croissant
10 UHR Begrüßung und Einführung
Myriam Bönicke
Thomas Niemeyer
10.30 UHR Workshop #1
Kunstvermittlung mit Gehörlosen
Ausstellungsführungen, die von Dolmetscher:innen begleitet werden, gehören bereits seit einiger Zeit in zahlreichen Galerien und Museen zum kunstvermittelnden Programm. Gemeinsam wollen wir uns über unsere Erfahrungen austauschen und die Herausforderungen ausarbeiten, die es weiterhin zu überwinden gilt, bis ein vollkommen gleichwertiger Austausch in der Kunstvermittlung gefunden werden kann.
12.30 UHR Mittagspause
13.30 UHR Workshop # 2
Kunstvemittlung und Barrierefreiheit
Die Kunstvermittlerin Lea Masselink von der Kunsthalle Lingen wird uns von ihren Erfahrungen mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit berichten. Welche Hürden müssen weiterhin genommen werden, um Ausstellungs- und Besucherräume ausreichend angemessen für alle Besucher zugänglich zu machen?
16 UHR Abschlussrunde und Feedback
Podiumsgespräch mit den Referentinnen
17 UHR Veranstaltungsende
Zielgruppen
Kunst- und Kulturvermittler*innen, Pädagog*innen, Kurator*innen, Künstler*innen, Volontär*innen und Studierende.
Referentinnen
Lea Masselink (Lingen)
Kunstvermittlerin, Kunsthalle Lingen
Katrin Hinternesch (Nordhorn)
Projektkoordinatorin Gelingende Kommunikation, Lebenshilfe Nordhorn gGmbH / Vielfalter gGmbH
Elisa Otto
Dipl. Gebärdensprachdolmetscherin
Mitglied im BreGSD
Sonja Alefs
Schulleitung
Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte Oldenburg
Anmeldung
bitte bis Montag, 10. November 2025 unter:
kontakt@staedtische-galerie.nordhorn.de
Kostenbeitrag
10 Euro pro Person (kann vor Ort bar bezahlt werden oder auf Wunsch per Rechnung)
Zur Ausstellung "WE WE" von Jakup Ferri
Von Anfang Dezember 2023 bis Ende Januar 2024 hatten wir in der Städtischen Galerie Nordhorn den kosovarischen Künstler Jakub Ferri mit seiner Ausstellung „We We“ zu Gast. Der in Pristina geborene Künstler erzählt in seinen Werken viele Geschichten aus seiner Heimat, aus persönlichen Erinnerungen oder von fantastischen Ideen voller Magie und Fabelwesen. Mithilfe verschiedener Materialien wie Malerei, Collage oder Textilien schafft er bunte Welten voller Leuchtkraft und Freude.
Inspiriert von seinen malerischen Erzählungen haben wir uns von Ortsgespräch mit einer engagierten Gruppe kreativer Teilnehmer der Tagesstätte TASte des Ev.-ref. Diakonischen Werks Grafschaft Bentheim getroffen, um gemeinsam ein Comicbuch zu entwickeln, in dem ebenfalls ganz persönliche Geschichten erzählt werden sollten. In regelmäßigen Treffen haben wir die Entwürfe und Ideen besprochen und uns gegenseitig inspiriert und ergänzt, Mut gemacht und ganz viel Gummibärchen gegessen.
Herausgekommen ist ein wunderbares Buch, in dem die Fantasten - Mirjam Sossai, Marcel Gerken, Hilke Fischer, Dori, Cat, E.R., M.H. und wir von Ortsgespräch, Martin Koernig und Myriam Bönicke - ganz individuell eigene Geschichten und Situationen erzählen und mit selbst gestalteten Werken bildnerisch darstellen. Jede*r Künstler*in hat mit großer Kreativität und Mühe Fantasiegeschichten und Einblicke in die eigenen Stimmungen und Lebenslagen dargestellt und damit diese kostbare Geschichtensammlung geschaffen.
Myriam Bönicke
Ortsgespräch Workshop „Kunst für alle? Kunstvermittlung und Inklusion“
das Programm als pdf zum Dowwnload
Am Samstag, den 27. Januar 2024 fand unser Workshop „Kunst für alle? Kunstvermittlung und Inklusion“ statt. Eine Gruppe sehr engagierter Kolleginnen aus verschiedenen Orten Deutschlands war unserer Einladung gefolgt und nach Nordhorn gekommen, um sich in einem regen Austausch gemeinsam den zahlreichen Fragen und Herausforderungen zum Thema „Inklusion in der Kunstvermittlung“ zu stellen.
Nach der Begrüßung und einer Vorstellungsrunde trug Susanne Hesse- Badibanga ihren Impulsvortrag über ihre Erfahrungen in der Kunstvermittlung bei der Documenta Fifteen im Jahr 2023 vor. Indem das Künstlerkollektiv „Lumbung“ Kunst als gelebte Praxis verstand und kein Interesse an normativen Zuschreibungen besaß, lehnte es auch den Begriff der Inklusion ab und verstand jede geistige wie auch körperliche Einschränkung der Teilnehmer und Besucher als Beitrag zum großen Ganzen.
Im Anschluss folgte der erste Workshop-Praxisteil zur einfachen Sprache in der Kunstvermittlung, der von Katrin Hinternesch, Projektkoordinatorin gelingende Kommunikation bei der Lebenshilfe Nordhorn gGmbH, geleitet wurde. Im Zentrum dieses Praxisteils stand die Gestaltung ausstellungsbegleitender Texte in einfacher Sprache, zu denen Frau Hinternesch zahlreiche Beispiele, Anleitungen und Lösungsansätze bot. Wichtig war es, ein Gefühl für die Herausforderungen zu bekommen, mit denen Besucher*innen mit beginnender Demenz oder mit Lese- und Schreibschwierigkeiten bei Ausstellungsbesuchen konfrontiert sind.
Nach einer kleinen Stärkung haben wir den zweiten Praxisteil unseres Workshops durchgeführt. Unter der Leitung von Katrin Hinternesch haben wir uns mit der Kunstvermittlung für Menschen mit Sehbehinderungen beschäftigt. Wir wollten herausfinden, wie sich ein Ausstellungsbesuch für Menschen mit fortschreitender oder völliger Sehbehinderung gestaltet werden kann. Wichtig war die Frage, welche Möglichkeiten es gibt, um Kunst für Besucher*innen gleichermaßen erfahrbar zu machen.
In einer Abschlussrunde haben alle Teilnehmerinnen noch einmal alle Inhalte des Workshops Revue passieren lassen. Für alle stellte der Tag eine Bereicherung für die eigene Arbeit in der Kunstvermittlung dar. Und obwohl besonders im Bereich der Inklusion noch viel Arbeit auf uns wartet, haben wir inspiriert und voller neuer Ideen den Workshop verlassen und uns vorgenommen, auch die neu geknüpften Kontakte in Zukunft zu pflegen und auszubauen.
Myriam Bönicke
Zur Ausstellung "Tabula Rasa / Terrain Vague" und zum Jahresthema "Kreativität"
Am 10. November 2022 hielt Dr. med Ansgar Siegmund, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Neuropsychologie in der Euregioklinik Nordhorn einen Vortrag in der Städtischen Galerie Nordhorn. Thema: Kreativität aus neuropsychologischer Perspektive. Eine Veranstaltung im Rahmen des Kunstvermittlungsprogramms ortsgespräch.




