FAMILIE UND BÜHNE

ortsgespräch greift in seinen Vermittlungsprojekten das Jahresthema des Ausstellungsprogrammes ‘Familie und Bühne’ auf. Wir möchten das Themenfeld interdisziplinär und in Zusammenarbeit mit Menschen und Gruppen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen vor Ort beleuchten.

Neben Workshops zur Frage der Selbstdarstellung prominenter Familien aus Kultur, Politik und Boulevard wird in Projektwochen und Einzelveranstaltungen recherchiert, fotografiert, diskutiert, gezeichnet und es werden Installationen gebaut.

PARALLELE WOHNUNGEN – Ein Projekt zur Ausstellung ’Psycho-Family’ von Regine Müller-Waldeck / Jana Müller


Sehr herzlich laden wir Sie am Freitag, dem 27. Juli 2012, um 18:00 Uhr zur Eröffnung der Installation ‚Parallele Wohnungen’ von dem Kunstvermittlungsprojekt "ortsgespräch" der Städtische Galerie Nordhorn ein.

Was vermag ein Schlafzimmer oder eine Küche darüber zu erzählen, was sich in ihr ereignet hat?

In zwei Projektwochen hatten sich insgesamt 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ABZ GmbH (Arbeit-Bildung-Zukunft) und der Einrichtungen zur psychiatrischen Nachsorge des Diakonischen Werks mit Gegensätzlichem und dem Ungesagten in familiären und anderen Beziehungen auseinandergesetzt.

Ausgehend von Jana Müllers und Regine Müller-Waldecks künstlerischen Arbeiten in der aktuellen Ausstellung ‚Never Ending Story: Psycho Family’, die noch bis zum 12. August in der Städtischen Galerie Nordhorn zu sehen ist, haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kunstvermittlungsprojekts das Lebensumfeld fiktiver Personen in eine Raum-Installation übertragen.

Entstanden sind dabei zwei ganz unterschiedliche Räume: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ABZ haben ihre Figur in Rückkoppelung mit der Ausstellung und mit Recherchen vor Ort auf ein reales Fundament gestellt und das Zimmer eines fiktiven US-amerikanischen Textil-Ingenieurs gestaltet, der im Jahr 1963 für ein Jahr nach Nordhorn kommt, um Produktionsprozesse in der Textil-Industrie zu optimieren. Sein Großvater stammt aus der Grafschaft und ist aus nicht ganz geklärten Gründen nach Michigan ausgewandert. Nun will sein Nachkomme den Rest seiner Verwandtschaft in Nordhorn kennen lernen und der unterschwelligen Missachtung in seiner Familie auf den Grund gehen.

Die Gruppe des Diakonischen Werkes hat den Aspekt von Leben in Gemeinschaften wie Familien, Dorf- und Wohngemeinschaften in den Fokus genommen und eine Gemeinschaftsküche installiert. Die fiktiven, sehr individuellen charakterlich speziellen Mitbewohnerinnen und Mitbewohner treten hier in Form ihrer Beziehungen untereinander in Erscheinung: Regeln, Gerechtigkeit, Toleranz, atmosphärische Verstimmungen, gegenseitige Unterstützung und Enttäuschungen bestimmen hier das Miteinander.

Kunstvermittlung wie dieses Projekt von "ortsgespräch", genauso wie die Angebote der Kunstschule haben in der Städtischen Galerie einen hohen Stellenwert. "ortsgespräch", das von den Kunstvermittlerinnen Dörte Dennemann und Heike Pfingsten geleitet wird, hat die Aufgabe, Projekte zu entwickeln, die sich entlang der Ausstellungsthemen bewegen und die künstlerischen Arbeiten möglichst produktiv mit der eigenen Lebenswelt verbinden. Die unterschiedlichen Projekte sind vielfältig und richten sich an Gruppen, junge Erwachsene, Ältere, unterschiedliche Interessensvereinigungen und Einzelne - vor allem aber auch Menschen, die vorher keine Affinität zu zeitgenössischer Kunst hatten und durch die Auseinandersetzung mit ihr einen Gewinn erleben.

Das "ortsgespräch" wird großzügig gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur und der VGH Stiftung.

Eröffnung: Freitag, den 27.7, um 18 Uhr
Laufzeit: 27.7.-12.8.2012
Städtische Galerie Nordhorn
(Kleiner Pavillon in der Alten Weberei)

WORKSHOP FAMILIEN-STATEMENTS


Welches Bild inszenieren eigentlich prominente Familien von sich- und wie würden wir unsere eigene Familie darstellen? Diesen Fragen geht ein Workshop des Kunstvermittlungs-Projekts ortsgespräch auf den Grund! Von Kunstgeschichte über Politik zum Alltag wird darin erforscht, wie sich Familien privat, in der Kunst und in den Medien darstellen.

Anlässlich der Ausstellung ‘Familienalbum’ der Städtischen Galerie Nordhorn lädt das Kunstvermittlungsprojekt ‘Ortsgespräch’ zum Workshop ‘Familien-Statements’ ein: In Fotografien, Fotoalben, kunsthistorischen Familiendarstellungen und Homevideos lassen sich Geschichte und Selbstverständnis einer Familie ablesen. Die privaten Schnappschüsse und repräsentativen Familienfotos der Krupps, Wulffs und Windsors sowie alternativer Lebensgemeinschaften wie der Kommune 1 und lässiger Patchworkfamilien wie die von Boris Becker werden im Workshop recherchiert und als so genannte „Statements“ genauer betrachtet. Sie geben Aufschluss darüber, welche Vorstellungen und Rollenbilder in einer Familie bestimmend sind und welche Rollenbilder generell in unserer Gesellschaft existieren.

Der Workshop diskutiert diese „Statements“, es wird fotografiert, gezeichnet, gemalt und öffentliche Familien-Darstellungen werden in Texten beschrieben. Am Beispiel einer literarischen oder bekannten filmischen Figur soll außerdem eine ‘Familienaufstellung’ durchgespielt werden, um die Konstellation ‘Familie’ in ihrer Konstruiertheit zu untersuchen. Die Recherche-Ergebnisse und künstlerischen Entwürfe des Workshops werden anschließend in einer eigenen Publikation veröffentlicht.

Der Workshop ‘Familien-Statements’ richtet sich an alle Interessierten von 14-99 Jahren und findet statt am Samstag, dem 26. Mai, von 14:00 bis 17:30 Uhr.

PREISGEWINN


Ortsgespräch ermittelt mit Ihnen die Für und Wieder von Preisverleihungen. Ein künstlerisches Recherche-Projekt zur Ausstellung ‚Kunstpreis der Stadt Nordhorn 2012’ Weitere Infos folgen in Kürze...

FORTBILDUNGEN


ORTSGESPRÄCH bietet Fortbildungen zu Theorie und Praxis zeitgenössischer Kunstpraxis für Lehrer, Dozenten, Vereinsvorstände und andere Multiplikatoren an. Was hat die Auststellung mit mir zu tun? Welche Relevanz haben die Kunstwerke für unsere Fragen hier vor Ort?

Insgesamt vier Fortbildungen von ortsgespräch in der Kunstschule Städtische Galerie Nordhorn zeigen auf, mit welchen Methoden Antworten auf diese Fragen gefunden werden können und welche Zusammenhänge zwischen dem Jahresthema der Galerie ‚Familie und Bühne’ und dem Unterricht in der Schule und zur Erwachsenenbildung hergestellt werden können. Dörte Dennemann von ortsgespräch wird jeweils vertiefend die Themen und künstlerischen Arbeiten der Ausstellungen der Städtischen Galerie erläutern , praktische künstlerische Methoden und Fragen für Gespräch in Kunstunterricht, fächerübergreifenden AG’s, Erwachsenengruppen vorgestellen und erproben, aktuelle Modelle , Methoden und Diskussionen der Kunstvermittlung vorstellen.


Fortbildung zur Ausstellung 'Never ending Story - Psycho Family' von Jana Müller und Regine Müller-Waldeck (23.06.2012 - 12.08.2012).

Galerieleiterin Veronika Olbrich führt in das Thema der Ausstellung ein und erläutert die künstlerischen Positionen von Jana Müller und Regine Müller-Waldeck. Gefühle und Gegensätze werden hier erfahrbar: Unheimliches, Vertrautes und Fremdes, Privates und Öffentliches. Wie lässt sich Ungesagtes, Dissuses, Atmosphärisches ausdrücken?

Ausgehend von der Ausstellung setzen wir uns zur Aufgabe, eine fiktive Person zu erfinden: erprobt werden Formen der künstlerischen Recherche: Spurensuche, Arbeit mit gefundenen Fotografien, biographische Erzählungen. Eine abschliessende Raum-Installation führt die Recherchen zusammen: ein Raum, der nähere Auskunft über die fiktive Person gibt. Vertiefende Materialien und Literatur zum Thema Künstlerische Forschung werden bereitgestellt.