NASAN TUR

Die Städtische Galerie Nordhorn zeigt vom 19. August bis zum 29. Oktober 2017 eine Einzelausstellung mit Nasan Tur, der zu den bekanntesten Künstlern seiner Generation in Deutschland zählt. Unter anderem hat er in diesem Jahr ein Werk für die documenta 14 produziert.

Nasan Tur arbeitet im Spannungsfeld zwischen Sprache, Bild und Handlung, aber auch zwischen Individuum und Gesellschaft. Sein vielfältiges Werk lässt sich jedoch nur schwer mit bestimmten Techniken, Formen oder Motiven erfassen. Es ist vielmehr von konzeptuellen Überlegungen und Prozessen bestimmt, die jeweils auch stark das Umfeld der eigentlichen Präsentation einbeziehen. Inhaltlich sind bei ihm vor allem zwei Themenfelder in vielerlei Variationen zu finden: politische Kontexte sowie Handlungen im öffentlichen Raum. Beides weist deutlich über die Ausstellung und die kunstbezogene Rezeption hinaus und bildet zugleich interessante Zusammenhänge miteinander. Politik etwa findet zumeist im öffentlichen Raum statt. Beides bezieht sich zudem grundsätzlich auf alltägliche Dinge, Situationen, Gesten oder Gedanken. Nasan Tur verwendet selten ganz starre oder in sich geschlossene Bilder. Oft bleiben Darstellungen extrem ausschnitthaft oder Prozesse unvollendet. Eine wichtige Basis seiner Performances, Installationen und Videos ist die Erfahrung der Komplexität von Kommunikation, sowohl zwischen Menschen als auch zwischen Institutionen oder gar zwischen Kulturen. So erreicht er, dass seine Kunst mit dem ihr eigenen Präsentations- und Bedeutungsrahmen zu einer starken Reibungsfläche wird, die auch die Betrachter in verschiedener Weise fordert. Das gilt gerade auch für Erwartungen an das Deutungspotenzial von Kunst (und Bildern im Allgemeinen) in Bezug auf die Wirklichkeit. Manchmal demonstrieren seine Werke oder Aktionen auch ganz ausdrücklich Unzulänglichkeiten oder Scheitern, die jedoch nicht als tragisches Ergebnis gewertet werden, sondern im Gegenteil als Ansporn weiterzumachen verstanden werden wollen.

Nasan Tur wurde 1974 geboren und studierte Kunst an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach sowie an der Städelschule in Frankfurt am Main. Er lebt und arbeitet in Berlin.

Die Eröffnung findet am Freitag, 18. August 2017, um 19 Uhr in der Städtischen Galerie Nordhorn statt.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation, in der neben der Ausstellung in der Städtischen Galerie Nordhorn auch die Einzelausstellungen im Kunstverein Göppingen (11. Juli bis 10. September 2017) sowie im Oldenburger Kunstverein (22. August bis 22 Oktober 2017) dokumentieren.