Benjamin Houlihan


Kunstpreis der Stadt Nordhorn 2015

 

5. DEZEMBER 2015 BIS 7. FEBRUAR 2016

 

ERÖFFNUNG: FREITAG, 4. DEZEMBER, UM 19 UHR

 

Benjamin Houlihans Kunst ist auf den ersten Blick eine recht heterogene, denn sie verfolgt sehr verschiedene formale Linien. Dahinter liegen aber auch verbindende und ineinandergreifende bildnerische Überlegungen. So zeichnen sich die Werke des Künstlers durch vielfältige Übergänge zwischen den bildnerischen Dimensionen aus. Mit der Perspektive eines Bildhauers überblendet er in Ausstellungsräumen immer wieder die Energie feiner Linienzeichnungen mit starken Farbklängen, die sich ihrerseits aus der malerischen Oberfläche lösen und in den Raum ausdehnen. Häufig sind es kleine Funde oder Beobachtungen seines Alltags, die durch überraschende Bearbeitungen oder Verschiebungen der Materialität oder auch des Maßstabs zu scheinbar abstrakten Objekten werden. So zeichnet er beispielsweise Lichteinfälle durch Fenster oder von Möbeln geworfene Schatten als räumlich geometrische Körper nach, die sich in ihrer Erscheinung jedoch beinahe vollständig von ihrem ursprünglichen Bezugspunkt lösen. Häufig arbeitet er auch mit so starken Vergrößerungen, dass ein direkter Rückschluss auf das Motiv nicht mehr möglich ist. Dann kann sich mitunter selbst ein winziger Farbklecks in eine raumbeherrschende Masse verwandeln.

Die Städtische Galerie Nordhorn zeigt Benjamin Houlihan nun mit zwei Werkreihen, welche sich der Ideen von Plastizität und Raum aus entgegengesetzten Richtungen annehmen. Eine Gruppe neuer, großformatiger Leinwände, deren Farbauftrag skulptural aufgebaut wurde, verwischen scheinbar die Grenzen zwischen präziser Kontrolle und Zufall. Außerdem sind erstmals Werke aus einer Reihe von realen Holzobjekten zu sehen, die durch starke Abschleifungen zu verfremdeten Formen reduziert wurden. Das Hinzufügen und das Wegnehmen von Material und Volumen stehen hier als plastische Prinzipien einander radikal gegenüber, in zwei Räumen von widersprüchlicher Energie.

Benjamin Houlihan (* 1975 in Olpe) studierte nach einer Bildhauerlehre freie Kunst an der Akademie in Düsseldorf, wo er Meisterschüler von Georg Herold war. Seitdem hatte er eine Reihe von Einzelausstellungen und war an Ausstellungen in wichtigen Museen und Kunsthallen beteiligt, unter anderem im Kunstmuseum Bonn (2012) , in der Kunsthal Charlottenborg, Kopenhagen (2014) und in der Kunsthalle Nürnberg (2014). Er lebt und arbeitet in Düsseldorf.

 


Abbildung:

untitled, 2014
Polyurethan und Lack auf Leinwand, 240 x 180 x 48 cm

Foto: Ben Hermanni