SONIC CLUTTER

 

Tamaki Watanabe und Walter Zurborg

 

14. SEPTEMBER BIS 23. NOVEMBER 2014

 

ERÖFFNUNG: SONNTAG, 14. SEPTEMBER, 11.30 UHR

Mit spielerischer Lust an überraschenden Verwandlungen von Dingen, mit absurden Kombinationen von Materialien und Motiven, aber auch mit feinem Gespür für Orte entwickeln Tamaki Watanabe und Walter Zurborg in ihren gemeinsamen künstlerischen Projekten komplexe Installationen. Am Beginn des Arbeitsprozesses stehen meist gefundene Objekte und Materialien, welche von anderen entweder als banal übersehen oder längst als unbrauchbar abgetan wurden. Die beiden Künstler sind Finder und Erfinder im besten Sinne. Und wie alle guten Erfinder, die etwas Neues erschaffen, bauen sie auf einem reichen Wissensschatz auf. Da ist die dadaistische Material- und Objektmontage zu nennen, die aus scheinbar wertlosen Alltagsdingen neue Bildwelten entstehen ließ. Dazu gehören auch die Kinetik und die Klangkunst der 1960er Jahre, als sich der klassische Werkbegriff auflöste und erweiterte. Vor allem aber lebt in ihren Installationen der wunderbare Humor von Fluxus weiter.

In der Welt der Technologie war die Erfindung, also die Gabe, Dinge neu zu denken, früher geradezu ein Urbild für den Geist des Fortschritts. Aber verglichen mit wirkungsvollen Forschungs- und Entwicklungsstrategien von heute, scheint die Figur des Erfinders inzwischen ein wenig aus der Zeit gefallen. Dem Fortschritt dagegen wehen heute mehr und mehr Angst und Skepsis entgegen, und diejenigen, die ihn voranbringen, werden nicht mehr automatisch geliebt. Erfinder retten in dieser unheimlich gewordenen modernen Welt das menschliche Antlitz der Technik. Echte Erfinder schenken der Welt grundsätzlich Sympathisches und werden nicht in den Mühlen der Ökonomie zermahlen. Die Kunst kennt dieses Problem nicht, hier ist die Zukunft ein Spiel, dessen Regeln ständig neu gemacht werden. Das brachte einst Man Ray auf den Punkt, als er feststellte, es gäbe in der Kunst gar keinen Fortschritt, ebenso wenig, wie es einen in der Liebe gäbe. Mehr noch, in der Kunst gibt es die Freiheit, auch Unvernünftiges zu erfinden und doch gut zu sein. In der Kunst sind Erfinder – wie eben Tamaki Watanabe und Walter Zurborg – diejenigen, die das Spiel am Laufen halten.

In der Ausstellung in Nordhorn ist eine Auswahl einzelner Objekte und Apparate aus den vergangenen Jahren zu sehen. Darüber hinaus zeigen Tamaki Watanabe und Walter Zurborg ihre neu entstandene, raumgreifende Installation Sonic Clutter.

Vom 7.September bis zum 26. Oktober 2014 zeigen Tamaki Watanabe und Walter Zurborg außerdem ihre Installation Mosquito Piece im kunstwegen-Pavillon auf dem Anningahof im nahen Zwolle/Niederlande. Ein Ausflug lohnt sich!

Weitere Informationen unter: www.anningahof.nl

 

Tamaki Watanabe (geb. 1974 in Kobe, Japan) studierte zunächst Malerei an der Musashino Art University in Tokyo und danach von 2005 bis 2010 Bildhauerei und Klangkunst an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. 2010 war sie Meisterschülerin bei Prof. Ulrich Eller.

Walter Zurborg (geb. 1980 in Vechta) studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig Klangkunst und Bildhauerei. 2009 schloss er mit dem Meisterschüler bei Prof. Ulrich Eller ab.