DIE BESTE ALLER WELTEN

 

Nevin Aladag
Monika Czosnowska
Wilhelm Sasnal
Katja M. Schneider
Beat Streuli
Markus Willeke

 

25. MAI BIS 10. AUGUST 2014

 

ERÖFFNUNG: SONNTAG, 25. MAI, 11 UHR

Mit einer hochkarätig und international besetzten Gruppenausstellung befragt die Städtische Galerie Nordhorn die Aktualität der Beziehung zwischen bildender Kunst und Jugend. Im Mittelpunkt stehen dabei recht vertraute, aber nach wie vor aktuelle Formen des Bildes: Malerei, Fotografie und Video.

Die Beziehung zwischen der Jugend und den Künsten blickt auf eine lange, wechselvolle Geschichte zurück, und sie ist heute aktueller denn je. Lange faszinierte die Kunst vor allem der jugendliche Körper als Ideal, doch zunehmend rückte mit der Moderne auch die Beziehung des jungen Menschen zur Welt in den Blick. Der Titel "Die beste aller Welten" bezieht sich auf den "Candide", eine Erzählung des französischen Philosophen Voltaire, die sich kritisch mit der Idee des Optimismus auseinandersetzt, einer Idee, die man heute natürlich gerade auch mit dem Begriff der Jugend verbindet. Die bestmögliche Welt zu finden oder zu gestalten, ist ein spezifisch jugendliches Streben, und es grenzt sich darin stark vom Pragmatismus der Erwachsenenwelt ab. Im 20. Jahrhundert verschärfte sich diese Abgrenzung deutlich, und zunehmend zeigten sich gerade die avantgardistischen Kunstbewegungen in bewusster Opposition zum bürgerlichen und konservativen Establishment. Spätestens seit den 1960er Jahren scheint klar, dass neue Kunstströmungen stets auch jugendliche Haltungen verkörpern.

In der Jugend spiegeln sich heute nicht nur eine Fülle von Themen und Fragen zu Gegenwart und Zukunft, sondern sie bündeln sich hier in besonders prägnanter Weise. Jugend gehört ohne Zweifel zu den am intensivsten untersuchten gesellschaftlichen Phänomenen. Im Kern bleibt Jugend aber doch eine Übergangszeit mit fundamentalen Verschiebungen im eigenen Bewusstsein und äußerst widersprüchlichen Gefühlen - zwischen den Kräften des Optimismus und der notwendigen Verarbeitung von manchmal dramatischen Frustrationen.

Umso wichtiger erscheint es, sich von Zeit zu Zeit sowohl vom ökonomischen Interesse als auch vom wissenschaftlichen Blick wieder zu lösen und eine emotionale, poetische Perspektive zu entwickeln. Die Künstlerinnen und Künstler dieser Ausstellung wagen genau diesen Blick. So versteht sich die Ausstellung nicht als dokumentarisch, sondern als Denk- und Bildraum, in dem gemeinsame Energien von Kunst und Jugend anschaulich werden: die Freiheit, die kritische Befragung der Wirklichkeit und das Vertrauen in die Möglichkeiten der Veränderung.

Die Künstlerinnen und Künstler:
Nevin Aladag
(1972 geboren in Van, Türkei, lebt und arbeitet in Berlin)
Monika Czosnowska (1977 geboren in Stettin, Polen, lebt und arbeitet in Berlin)
Wilhelm Sasnal (1972 geboren in Tarnów, Polen lebt und arbeitet in Krakau)
Katja M. Schneider (geboren 1966 in Braunschweig, lebt und arbeitet in Offenbach am Main und auf den Ålandinseln/Finnland)
Beat Streuli (geboren 1975 in Altdorf, Schweiz, lebt und arbeitet in Brüssel)
Markus Willeke (geboren 1971 Recklinghausen, lebt und arbeitet in Berlin)