NEVER ENDING STORY-PSYCHO FAMILY

JANA MÜLLER / REGINE MÜLLER-WALDECK
23. JUNI BIS 12. AUGUST 2012


ZUR ERÖFFNUNG AM FREITAG, DEM 22. JUNI 2012, UM 19:30 UHR LADEN WIR SIE UND IHRE FREUNDE HERZLICH EIN.

BEGRÜßUNG UND EINFÜHRUNG:
VERONIKA OLBRICH, LEITERIN DER STÄDTISCHEN GALERIE NORDHORN


Einen spannungsreichen, emotional aufgeladenen Ausstellungsparcours gestalten die beiden in Berlin lebenden Künstlerinnen JANA MÜLLER und REGINE MÜLLER-WALDECK für ihre Ausstellung unter dem Titel "Psycho-Family" in der Städtischen Galerie Nordhorn. Die Ausstellung erinnert in mancherlei Hinsicht an eine Bühnensituation. Gefühle und Gegensätze werden darin erfahrbar: Heim und Unheimliches, Vertrautes und Fremdes, private und öffentliche Räume.

JANA MÜLLER (*1977) kombiniert eine Reihe großformatiger Schwarzweiß-Fotografien, die aus alten Zeitungsarchiven stammen, mit einem skulpturalen Ensemble, das Assoziationen zu einem Kriminalfall weckt. Auf den Fotografien sind Verdächtige zu sehen, die von Pressefotografen während ihrer Überführung in den Gerichtsaal aufgenommen wurden. Ungewollt auf die Bühne der Öffentlichkeit hinaufbefördert, versuchen sie ihre Privatsphäre zu schützen, indem sie ihre Gesichter mit Zeitungen, Büchern oder Kleidungsstücken verdecken. Vormals unbemerkte Personen wurden auf diese Weise in die mediale Öffentlichkeit gerückt. Den Fotografien werden Bodenskulpturen gegenüber gestellt. Die Skulpturen bestehen aus übereinander geschichtetem Glas, Kleidungsstücken und Filmset-Farben, die deutliche Rückschlüsse auf Geschlecht, die vermeintliche Rolle und den Charakter von Personen zulassen. Schwere Glasscheiben pressen Kleidungsstücke zu hochästhetischen Quasi-Gemälden, die gleichermaßen an Tatorte, mikroskopische Präparate oder auch an Farbflächenmalerei denken lassen.

Überlegungen zur Assoziationskraft des Materials sind oftmals Ausgangspunkt für die Objekte von REGINE MÜLLER-WALDECK (*1975). Durch ihre Materialität entwickeln sie zwar ein Eigenleben, in ihrer Form bleiben sie jedoch abstrakt. Obwohl sie auf wenige Elemente reduziert und einfach konstruiert sind, vermitteln sie dennoch eine starke materielle Präsenz mit hoher Assoziationskraft. Zwar bleibt das Motiv Mensch ausgespart, Spuren oder ganze Teile sind aber allgegenwärtig. In ihren Arbeiten verwendet REGINE MÜLLER-WALDECK z.B. Paraffin und Metall als unterschiedlich leicht formbare Materialen, aber auch Textilien. Paraffin steht dabei für ein klassisches Medium des Unheimlichen. Die Arbeit mit Textilien nimmt die vielfältige Assoziation des Körperlichen auf.

In der Ausstellung treten die Arbeiten der beiden Künstlerinnen in einen Dialog ständiger Wechselwirkungen und schaffen damit einen spannenden Assoziationsraum.