DER OFFENE GARTEN

EINE AUSSTELLUNGSKOOPERATION MIT DEM OTTO-PANKOK-MUSEUM, BAD BENTHEIM, DER KUNSTHALLE LINGEN UND DEM KUNSTVEREIN GRAFSCHAFT BENTHEIM, NEUENHAUS.


13. JUNI BIS 22. AUGUST 2010

ERÖFFNUNG:
SAMSTAG, 12. JUNI 2010, 19 UHR

SIMONE AABERG KÆRN, STEFAN DEMMING, FALK HABERKORN, VOLKO KAMENSKY, FRANKA KASSNER, PIA LANZINGER, PETER PILLER, CORINNA SCHNITT, CHRISTINE SCHULZ


Unter dem gemeinsamen Titel "Der offene Garten" zeigen die Städtische Galerie Nordhorn, das Otto-Pankok-Museum in Bad Bentheim, die Kunsthalle Lingen und der Kunstverein Grafschaft Bentheim in Neuenhaus verschiedene Facetten rund um den Themenkomplex Provinz versus Metropole. Der Titel "Der offene Garten" ist als Gegenentwurf zum Hortus Conclusus, dem biblischen, abgezäunten Paradiesgarten zu verstehen und steht als Sinnbild für Grenzenlosigkeit, Unabgeschlossenheit und Offenheit.

Ausgangspunkt der Ausstellung in der Städtischen Galerie Nordhorn ist das Klischee von der so genannten Provinz als Ort des Stillstands und der Geschlossenheit. Die neun eingeladenen Künstlerinnen und Künstler arbeiten mit diesen Vorstellungen oder zeigen Gegenbilder dazu: Sie erzählen von Sehnsuchtsorten, von Menschen aus der so genannten Provinz und ihren vielfältigen Beziehungen zu fernen Ländern, sie thematisieren das Aufeinandertreffen unterschiedlicher kultureller Erfahrungen und zeigen Formen der Migration.

So präsentiert Peter Piller mit der Serie "geehrte" ein Bild der deutschen Provinz anhand von Fotos aus Regionalzeitungen. In dem Film "Zwischen vier und sechs" von Corinna Schnitt nimmt der Kleinstadtspaziergang einer Familie eine absurde Wendung und Pia Lanzinger zeigt in ihrem Projekt "Global Village 4560" (2007) die weltweiten Beziehungen der Bewohner einer Kleinstadt in Oberösterreich. Der Film "Oral History" (2009) des Hamburger Künstlers Volko Kamensky erzählt in atemberaubend schönen Bildern vom Leben in einem kleinen Dorf am Rande eines Waldes, das sich durch "Naturverbundenheit, Ruhe, Harmonie und Zusammenhalt" auszeichnet. Sehnsuchtsorte thematisiert auch die dänische Künstlerin Simone Aaberg Kærn in ihren Arbeiten über den Traum vom Fliegen und die Rolle der Frau in der Fliegerei. 2002 flog die Künstlerin und leidenschaftliche Pilotin mit ihrem Kleinflugzeug von Kopenhagen nach Kabul, um einem afghanischen Mädchen den Traum vom Fliegen zu ermöglichen. In der Ausstellung ist der spannende Film "Smiling in a war zone" (2002) zu sehen. Stefan Demming baut in der Städtischen Galerie Nordhorn ein Zirkuszelt auf, in dem der Film "Just journey with them" (2009) zeigt, wie die Ordensschwester Bernardis aus dem münsterländischen Südlohn in den USA einen Zirkus auf seiner Tour begleitet. Ihr Alltag wird in Demmings Werk zu einem Sinnbild für moderne Migrationsprozesse. Und schließlich zeigen Falk Haberkorn, Franka Kaßner und Christine Schulz neue Werke, die eigens für die Ausstellung entstanden sind.