ISA MELSHEIMER

KUNSTPREIS DER STADT NORDHORN 2008


6. SEPTEMBER BIS 19. OKTOBER 2008


Isa Melsheimer, die 2008 den Kunstpreis der Stadt Nordhorn erhält, beschäftigt sich in ihren Arbeiten vor allem mit Wohn- und Landschaftsräumen sowie mit dem Thema Architektur. Für ihr neues Projekt entwickelte sie eine komplexe Raum-Installation, in der sie den Nordhorner Ausstellungspavillon zum Ausgangspunkt nimmt. Er wurde 1999 von dem Künstler Stephen Craig entworfen und verweist seinerseits auf Mies van der Rohes Barcelona-Pavillon von 1929.

Die stilbildende historische Architektur bildet daher auch das Referenzsystem, auf dessen Basis Isa Melsheimer mit verschiedenen Materialien (Onyx, Travertin, Stoff, Glas) eine räumliche Struktur neu erfahrbar macht. Aspekte wie der fließende offene Raum, von ihren Tragefunktionen befreite Bauelemente, Transparenzen und Spiegelungen, aber auch Baustoffe und Oberflächen dienen dabei als Ausgangspunkte für ihre künstlerische Arbeit. Sie befragt in Form von Zeichnungen, Objekten und räumlichen Installationen anspielungsreich unsere Gegenwart.

Die Durchdringung der vorhandenen Architektur mit Erinnerungen und Bildern, mit Geschichten und Visionen entwickelt sich bei Melsheimer immer wieder zu einem vielschichtigen Geflecht, das den Betrachter zur konkreten körperlichen Auseinandersetzung mit dem Gesehenen und mit seiner architektonischen Umgebung einlädt.

Isa Melsheimer wurde 1968 in Neuss geboren, studierte von 1991 bis 1997 an der HdK Berlin (heute UdK) und war Meisterschülerin von Georg Baselitz. Mit ihren Installationen, Gouachen und Zeichnungen bezieht sie sich vielfach auf architektonische Phänomene, urbane Situationen sowie öffentliche und private Räume. Dabei bleiben ihre Werke – seien es nun Objekte aus Bruchglas, Brückenmodelle oder Tücher mit feinen Stickereien – immer im "Grenzbereich zwischen Imagination und Wirklichkeit, zwischen fiktivem Weltentwurf und realem Wohn- und Landschaftsraum" (Bettina Ruhrberg).

Einzelausstellungen der Künstlerin gab es u. a. im Kunstraum München (2000), im Kunstverein Arnsberg (2003), im Bonnefantenmuseum Maastricht (2005), in der Chinati Foundation Marfa, Texas (2006) und im Mönchehaus Museum Goslar (2007). Bis zum 28. September ist sie auch im Arp Museum Bahnhof Rolandseck zu sehen.

Zum Ausstellungsende erscheint ein dokumentierender Katalog.