ADRIAN SCHIESS: SONNENUNTERGANG MIT

27. Januar bis 13. März 2005


Spätestens seit seiner Teilnahme an der Kasseler documenta 9 im Jahre 1992 konnte sich Adrian Schiess als ein Künstler durchsetzen, der auf breiter Ebene, mit wechselnden Techniken und in großer Intensität den Möglichkeiten des Bildes, der Farbe und ihrer malerischen Ausdruckskraft auf der Spur ist.

Bekannt sind vor allem die großen hochglänzenden farbigen Bodenplatten von Adrian Schiess, die in der Regel liegend auf Dachlatten ähnlichen Trägern angeordnet werden. Zugleich rücken seit kurzen auch die eher kleinformatigen, reliefartigen Malereien ins Blickfeld des Interesses, bei denen Schiess eine opulente, aus der direkten Anschauung der Natur abgeleitete Malerei entwickelt.

Das Nordhorner Ausstellungsprojekt "Sonnenuntergang mit Vollmond" ist für Adrian Schiess (geb. 1959 in Zürich) die konsequente Weiterentwicklung seiner jüngeren Ausstellungsprojekte, u. a. im ZKM Karlsruhe und im Mai / Juni 2004 in der Villa Merkel in Esslingen. Waren es bei diesen Projekten jedoch eher Landschaften aus spiegelnden, farbigen Bodenplatten in Kombination und Kontrastierung mit kleineren Malereien zum Teil auch älteren Datums, so inszeniert Schiess sein Werk für die Ausstellungspavillons der Städtischen Galerie Nordhorn völlig neu.

Im großen Pavillon präsentiert er seine spiegelnden Farbplatten schräg an den Wänden lehnend und stellt ihnen eine Serie kleinere Malereien u. a. mit Sonnenuntergängen und Vollmonden gegenüber. Im kleinen Ausstellungspavillon dagegen wagt Schiess erstmalig die Kombination verschiedener Bildtechniken zu einer geschlossenen Inszenierung: extreme Querformate, große Lackplatten, kleine reliefartige Bilder und großflächige Licht- und Farbprojektionen verbinden sich mit dem Umgebungslicht zu einem berauschend dichten Gesamterlebnis.

Adrian Schiess reagiert damit individuell und mit souveräner malerischer Geste auf die hier vorhandenen besonderen räumlichen Gegebenheiten. Das "eine große Bild" (Schiess), an dem er seit fast 20 Jahren malt, bleibt zersplittert und präsentiert sich zugleich in prächtig schillernden "Scherben" als umfassende und bestechende Rauminstallation.