AUSTRIAS

Alois Mosbacher, Markus Huemer, Clemens Krauss


27. August bis 16. Oktober 2005


Drei Künstler, drei Generationen, drei Österreicher, dreimal (auch) Malerei – und drei ganz verschiedene Ansätze, die Auseinandersetzung mit dem Bild, dem Abbild (vor allem auch von Mensch und Tier) als Ausgangspunkt für das eigene künstlerische Arbeiten zu nehmen. "austrias" ist keine programmatische Ausstellung zur neuen österreichischen Kunst, sondern die Präsentation dreier herausragender und konsequent ihre Position erarbeitender Künstler. Sie eint vielleicht die Tatsache, weniger mit deutscher Erdenschwere und Gründlichkeit als vielmehr mit ironisch gebrochenem, bösem Blick die aktuell grassierende Malwut auf ihre Relevanz für gültige künstlerische Bildaussagen hin zu befragen. Dabei zeigen sich die drei Künstler lange nicht auf rein malerische Mittel beschränkt, sondern folgen ihren Themen durch verschiedene Medien, Installations- und Aktionsformen.

Alois Mosbacher (geb. 1954, lebt in Wien) fand tatsächlich einmal im Sog der Neuen Wilden seinen Weg in die Galerien, obwohl er eher am Rande dieser Entwicklung arbeitete und hat bis heute sein malerisches Werk konsequent und kompromisslos an allen Trends vorbei weiterentwickelt. So präsentiert er gegenwärtig Bilder und Werkreihen, die weitab aller naiven "Ich will einfach nur malen"-Attitüden suggestive bis bitterböse Szenerien entwerfen und Filme, Geschichten, Computergames als einen beklemmend dichten Bilderfluss ineinander laufen lassen.

Für Markus Huemer (geb. 1968, lebt in Berlin) haben sich die Bilder angesichts ihrer omnipräsenten Digitalisierung längst ihrer Materialität, ihres Trägers entledigt. So scheinen seine Leinwände fast wieder bei Null zu beginnen, als große leere und noch unbestimmte Flächen, auf die sich zaghaft am Rande kleine Vögel niedergelassen haben. Doch auch sie sind nicht sie selbst, sondern kunsthistorische Referenzen, die weniger nach der Repräsentanz des Körpers fragen als danach, was letztlich ein Bild im Zeitalter elektronischer Medien ausmacht. Eine "Unschuld der Malerei" gibt es bei ihm nicht …

Clemens Krauss (geb. 1979, lebt in Wien) wiederum hebt weniger auf die Selbstreflexivität der Malerei ab als vielmehr auf die verlorene Authentizität des Bildgegenstands. Konsequenterweise sind seine virtuos in dickem, pastosem und gestisch verwischendem Farbauftrag porträtierten Körperteile nur ein Teil seines Werkes, das mit Fotografie, grafischen Techniken und vor allem auch Performances nach dem "Bild" des Menschen angesichts reproduktiver, plastisch-chirurgischer und normierender gesellschaftlicher Entwicklungen fragt.

Die Ausstellung präsentiert die Werke dieser drei Künstler als jeweils eigenständige Komplexe, die zwar über gemeinsame Themen und Ausgangspunkte in Verbindung miteinander stehen, sich aber jeweils in ihrer Individualität und Eigenständigkeit auch räumlich entfalten können.