ANDREAS GEFELLER – KUNSTPREIS DER STADT NORDHORN 2004

"Supervisions"


20. November 2004 bis 2. Januar 2005


Der Kunstpreis der Stadt Nordhorn, der seit mehr als 20 Jahren regelmäßig eine jüngere, in verschiedener Hinsicht wegweisende Kunstpositionen auszeichnet, geht in diesem Jahr an den in Düsseldorf lebenden Künstler Andreas Gefeller. Die städtische Jury wählte Gefeller aus insgesamt sieben KandidatInnen aus, die die diesjährige Vorschlagskommission mit Jens Asthoff (Kunstkritiker, Hamburg), Andreas Baur (Villa Merkel, Esslingen) und Dr. Stephan Berg (Kunstverein Hannover) nominiert hatte. Die nun in der Städtischen Galerie Nordhorn zu sehende Ausstellung zeigt erstmals Gefellers aktuellen Werkzyklus "Supervisions" als umfangreiche Einzelpräsentation und in einer klaren räumlichen Struktur.

Andreas Gefeller wurde 1970 in Düsseldorf geboren und begann 1992 sein Fotografiestudium an der Universität Essen, das er im Jahr 2000 mit einem Diplom mit Auszeichnung bei Bernhard Prinz beendete. 2001 wurde Gefeller an die Deutsche Fotografische Akademie in Leinfelden berufen und erhielt den Reinhart-Wolf-Preis. Neben mehreren Galerie-Einzelausstellungen u. a. in Düsseldorf, Hamburg und Amsterdam nahm er bereits an Ausstellungen im Kunsthaus Kaufbeuren, im Museum Kunstpalast Düsseldorf sowie an der Biennale de Liège in Belgien teil.

In seinen Arbeiten zeigt Gefeller die scheinbar bekannte Welt aus neuen Perspektiven und mit überraschenden Ansichten. Seine mehrfach ausgezeichnete Fotoserie "Soma" z. B. stellt touristische Ballungszentren in extremen Langzeitaufnahmen bei Nacht vor, die den Eindruck der Künstlichkeit dieser Orte bis ins Irreale und düster Bedrohliche steigern. In seiner jüngsten Serie "Supervisions" scannt er mit Hilfe einer aufwändigen fotografischen Technik die Oberflächen urbaner Räume ab. So entstehen Aufsichten aus einer scheinbaren Vogelperspektive, unmögliche Blickwinkel, die aus hunderten einzelner Aufnahmen digital zusammengefügt wurden. Gefeller arbeitet in einem Spannungsfeld zwischen Realität und Fiktion, macht Dinge sichtbar, die in der gezeigten Art eigentlich nicht sichtbar sind und manipuliert doch nicht die Wirklichkeit. Ganz im Gegenteil präsentieren sich die Oberflächen der "Supervisions" als hoch auflösende Dokumentarfotos, die jedoch allein aufgrund digitaler Bearbeitung entstehen konnten.

In der Ausstellung der Städtischen Galerie Nordhorn sind Andreas Gefellers "Supervisions" erstmals nahezu vollständig und mit zum Teil eigens für die Zusammenstellung erstellten neuen Arbeiten zu sehen. Ein Katalogbuch erscheint Anfang 2005 im Hatje Cantz Verlag.

Zum 25. Mal wurde in diesem Jahr der Nordhorner Kunstpreis verliehen. Die Vergabe erfolgt nach den Nominierungen der Vorschlagskommission durch eine Jury der Stadt. In den vergangenen Jahren erhielten diesen Preis Beate Gütschow und Stepanek/Maslin (zu gleichen Teilen, 2001), Anna Guðjónsdóttir (2002) und Jörg Wagner (2003). Der Kunstpreis umfasst neben der Ausstellung in der Städtischen Galerie eine repräsentative Katalogpublikation sowie ein Preisgeld in Höhe von 4.500 EUR.